
Stimulation ist jede Art von Eindruck, jeder Reiz, jede Anregung, die wir erhalten. Wir meinen damit alle Eindrücke, ob sie nun von außen, aus dem Inneren unserer eigenen Körper, oder aus der eigenen Gedanken- und Gefühlswelt kommen.
Jedes Wesen braucht Stimulation, um sich wohl zu fühlen, doch auf die Dosis kommt es an. Jeder Mensch fühlt sich mit einem gewissen Maß an Stimulation am wohlsten. Stimulation unter der persönlichen Behaglichkeitszone wird als langweilig bis sehr unangenehm erlebt, und führt auf Dauer zu Degeneration und aggressiven oder autoaggressiven Verhaltensstörungen. Stimulation über der persönlichen Behaglichkeitszone ist Überforderung und negativer Stress – hier sprechen wir von Überstimulation.
Die Grenze zwischen Stimulation und Überstimulation ist erstens fließend, und zweitens sowohl von Individuum zu Individuum, als auch von Mal zu Mal verschieden. Überstimulation ist für alle Menschen unangenehm und belastend. Ein wichtiger Punkt ist, dass ein relativ kleiner Prozentsatz von Menschen die Schwelle zur Überstimulation auffällig früher erreicht als der Rest. Für so einen merklich empfindlicheren Menschen wurde Mitte der Neunziger Jahre von Dr. Elaine Aron der Begriff "highly sensitive person", zu Deutsch "hochempfindlicher Mensch" bzw. "hochsensible Person", kurz "HSP" geprägt.
Menschen reagieren auf Überstimulation mit Rückzugsbedürfnis oder Aggression, körperlichen Erregungssymptomen wie Erröten, Herzklopfen oder Schweißausbrüchen, Zittrigkeit, oder Verwirrtheit. Wenn Menschen überstimuliert sind sinken ihre Leistungen, sie können oft nicht mehr klar denken, werden tollpatschig, reagieren emotional oder irrational. Dauert der belastende Zustand an, werden sie krankheitsanfällig und neigen zu Neurosen oder Depressionen. Somit ist Überstimulation ein ernsthaftes Alarmsignal, denn wenn sie zum Dauerzustand wird, kann es zu vielerlei körperlichen und seelischen Beschwerden kommen.
Weiterführende Überlegungen und Forschungsergebnisse im Buch "Zart besaitet", ISBN 3950176500.
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